Schluss­phasen Trauma in Altach

Das gibt es einfach nicht. Unser TSV Egger Glas Hartberg führt in Altach verdient und ungefährdet mit 2:0 und muss sich am Ende wieder mit nur einem Punkt begnügen. Das vierte Unentschieden in den jüngsten fünf Spielen, zudem dreimal in den letzten vier Runden einen Nackenschlag in den Schlussminuten erhalten. Elias Havel und Joker Dominik Prokop brachten den TSV auf die Siegerstraße, im Finish gelang den Hausherren zweimal über die rechte Angriffsseite das Tor. Mittlerweile auch eine Kopfsache, die es gilt schnellstmöglich loszuwerden. So ein Spielausgang, noch dazu zum wiederholtem Male, schmerzt sehr. Woche für Woche lassen unsere Blau-Weißen hart erarbeitete (und auch verdiente) Punkte liegen und bringen sich in den letzten zehn Minuten um die Früchte der Arbeit. Kopf in den Sand stecken ist keine Option, die Leistung war erneut, speziell in der zweiten Halbzeit, sehr zufriedenstellend. Weiterarbeiten, weiterkämpfen! FORZA TSV!

„Es tut weh, weil wir uns einfach nicht belohnen. Wir könnten schon locker 20 Punkte haben und wären oben dabei. Das ist aber eben nicht so. Das müssen wir annehmen und mit der Situation arbeiten.“

Jürgen Heil

TSV-Kapitän

Spielbericht

Trainer Manfred Schmid schickt dieselbe Startformation wie zuletzt auf das Spielfeld in Vorarlberg. Dafür nahmen die zuletzt fehlenden Offensivspieler Lukas Fridrikas und Patrik Mijic wieder auf der Bank Platz. Die erste Halbzeit ist schnell zusammengefasst. Beide Mannschaften agierten ohne großen Aufreger. Beide Defensivreihen standen kompakt, Offensivaktionen waren in der ersten Halbzeit mit sehr wenigen Ausnahmen Mangelware. Jürgen Heil meldete den TSV mit einem ungefährlichen Schuss (20.) erstmals beim Altacher Tor an. In der 28. Minute die einzige gute Möglichkeit der Hausherren. Ingolitsch kam im Strafraum frei zum Abschluss, schoss aber am langen Eck vorbei. Die beste (Doppel-)Chance hatte einmal mehr Elias Havel in der 35. Minute. Nach Vorarbeit von Fillafer bzw. Heil scheiterte er einmal per Fuß und einmal mit dem Kopf am bärenstarken Altach-Keeper Stojanovic. Torlos ging es in die Kabinen.

Blitzstart nach Wiederbeginn! Abwehrchef Lukas Spendlhofer fing einen Angriff der Vorarlberger ab und schickte das Leder postwendend auf die andere Seite. Elias Havel war auf und davon – blieb cool – und schloss souverän ab. Führung nach 31 Sekunden in der zweiten Halbzeit. Der TSV in der Folge mit völliger Spielkontrolle und weiteren Torchancen. 66 Minuten waren gespielt, als Havel beim Abschluss aus spitzem Winkel in Stojanovic seinen Meister fand. Kurz davor hatte der beste Hartberger Saisontorschütze die nächste richtig gute Torchance. Maxi Hennig bediente über links Havel, der das Spielgerät an Stojanovic vorbei ins lange Eck befördern wollte. Knapp nicht geglückt. Topchance! Nachdem auch Marco Hoffmann seine Chance nicht verwandelte, dauerte es bis zur 77. Minute, ehe der überfällige zweite Treffer gelang. Der eingewechselte Dominik Prokop traf nach Hennig-Assist technisch sauber zum vielumjubelten 2:0. Der Sieg schien fix in der Tasche zu sein, Altach hatte über das ganze Spiel hinweg zwar unzählige Flanken, aber mit einer Ausnahme keine nennenswerte Torchance und Glück, nicht höher in Rückstand geraten zu sein. Aus dem Nichts „passierte“ in der 86. Minute der Anschlusstreffer. Die Altacher nützten Positionierungsprobleme der Hintermannschaft und Yalcin mit dem 1:2. Jedem Hartberger kamen sofort die Erinnerungen an das 3:3 in Linz. Man spürte es auch bei der Mannschaft und dass sich das Thema der Schlussphase (Rapid, Sturm, LASK) nun auch in Altach wiederholt ist extrem bitter und schmerzhaft. Fetahu traf in der 94. Minute. In den Schlussminuten sah Altachs Bähre noch Gelb-Rot und der TSV kreierte eine letzte Chance. Nach 96 Minuten war das Déjà-vu bittere Realität.

Danke an die rund 40 mitgereisten TSV-Fans, die die lange Reise auf sich nahmen, um unsere Mannschaft anzufeuern.

Stimmen zum Spiel

Manfred Schmid

Hartberg-Cheftrainer

„Es ist leider zum Aus-der-Haut-Fahren, dass wir uns wieder einmal nicht belohnen. Wir haben 86 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht, keiner im Stadion hat geglaubt, dass das Spiel noch Unentschieden ausgehen könnte. Wir haben 86 Minuten nichts zugelassen. Am Ende waren es zwei Fehler, die gleich bestraft werden. Das ist eine Phase, da müssen wir durch. Aber die Jungs haben ein tolles Spiel gemacht. Ein 2:0 ist immer noch nicht sicher. Ein Gegentor passiert, dann wird es hektisch und unruhig. Am Ende wirft Altach alles nach vor. Es ist bitter für uns.“

Fabio Ingolitsch

Altach-Trainer

„Wir haben bei 0:0 ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten optisch eine gute Dominanz und haben versucht, uns den Gegner zurechtzulegen und den Block zu brechen. Uns haben aber Durchschlagskraft und Präzision gefehlt. Nach dem 1:0 haben wir komplett den Kopf verloren. Da haben wir die Abwehr aufgelöst und sie zum 2:0 eingeladen. Dann ist das Spiel eigentlich vorbei. Heute war es Gott sei Dank nicht so, weil wir frische Kräfte reingebracht haben, die befreit aufgespielt haben. Da müssen wir uns bei den beiden (Yalcin und Fetahu, Anm.) und unserem Torhüter, der für mich ‚man of the match‘ war, bedanken.“

Jürgen Heil

TSV-Kapitän

„Es ist uns wieder passiert. Es tut weh, weil wir uns einfach nicht belohnen. Man muss es jetzt akzeptieren wie es ist. Wir machen uns das Leben selbst schwer, könnten schon locker 20 Punkte haben und wären oben dabei. Das ist aber eben nicht so. Das müssen wir annehmen und mit der Situation arbeiten.“

Lukas Spendlhofer

TSV-Spieler

„Wir haben wieder 86 Minuten alles wegverteidigt und nichts zugelassen. Nach vorne waren wir immer gefährlich, hätten sogar mehr Tore machen können. Wir müssen dran bleiben und unseren Weg weitergehen. Hinten raus müssen wir konzentrierter arbeiten, leider ist es uns jetzt zum wiederholten Male passiert. Sehr schade, aber Gott sei dank haben wir in drei Tagen schon wieder das Cupspiel, wo wir unbedingt eine Runde weiterkommen wollen.“

Infos zum Spiel

SCR Altach 2:2 (0:0) TSV Egger Glas Hartberg

ADMIRAL Bundesliga 2025/26 | 11. Runde | Samstag, 25. Oktober 2025
Stadion Schnabelholz – Altach, 4.137 Zuseher | SR Barmaksiz (Wien)

Tore:
0:1 Havel (46.)
0:2 Prokop (77.)
1:2 Yalcin (86.)
2:2 Fetahu (94.)

Altach: Stojanovic – Ingolitsch, Zech, Koller, Ouedraogo (77./Lukacevic) – Bähre, Jäger (59./Oswald), Massombo – Greil (77./Gorgon) – Mustapha (77./Yalcin), Hrstic (84./Fetahu)

Hartberg: Hülsmann – Vincze, Spendlhofer, Wilfinger – Fillafer (70./Kovacevic), Heil, Markus, Kainz (70./Prokop), Hennig (81./Coulibaly) – Hoffmann (95./Mijic), Havel (81./Fridrikas)

Rote Karte: Bähre (98./Tätlichkeit)
Gelbe Karten: Koller bzw. Markus, Prokop

 

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg