2:2-Remis gegen Rapid
Spielbericht
Personell musste Trainer Manfred Schmid neben Paul Komposch und Dominic Vincze auch auf Jed Drew (Rücken) und Tobias Kainz (Hüfte) verzichten. Vor ausverkauftem Haus und sommerlichen Temperaturen zu Spielbeginn neutralisierten sich beide Teams. Der TSV defensiv gewohnt kompakt, die Gäste aus Wien zwar feldüberlegen, ohne aber gefährlich zu werden. Bis auf ein, zwei Halbchancen der Rapidler war es bis zur letzten Minute in der ersten Halbzeit rar an Torchancen. In der 44. Minute beinahe die Hartberger Führung mit der ersten nennenswerten Offensivaktion, doch Marco Hoffmann zögerte im Abschluss zu lange. Der daraus resultierende Eckball, geschossen von Kapitän Jürgen Heil, führte zum idealen Zeitpunkt zur Hartberger Führung. Abwehrchef Lukas Spendlhofer kam am langen Eck zum Abschluss und lupfte das Spielgerät überlegt, sehenswert, technisch sauber und im Stile eines Edeltechnikers über Goalie Hedl hinweg in das lange Kreuzeck (45.). Traumtor durch den Hartberger Abwehrchef. Damit war auch Schluss und SR Weinberger bot die Akteure ohne Nachspielzeit zum Pausengetränk.
Rapid kam gut aus der Kabine und sorgte in der 47. Minute bereits für den Torgleichstand. Kapitän Seidl legte ab auf Bolla, dessen wuchtiger Schuss von rund 16 Metern entscheidend abgefälscht wurde und unhaltbar für Hülsmann im Netz zappelte. Fast eine Kopie dieses Treffers folgte fünf Minuten später auf der Gegenseite. Luca Pazourek zog nach einem Eckball im Rückraum ab, Innenverteidiger Raux-Yao lenkte mit der Schulter das Leder in eine andere Richtung, erneute Führung des TSV Hartberg (52.). Rapid wurde stärker und kam daher erneut zum Ausgleich. Dahl traf nach Vorarbeit von Seidl aus kurzer Distanz zum 2:2 (67.). TSV-Cheftrainer Manfred Schmid reklamierte im Vorfeld dieses Treffers ein Foulspiel an Lukas Spendlhofer, das nicht geahndet und auch nicht vom VAR überprüft wurde. Dabei machte er einen Schritt in das Spielfeld und wurde dafür von SR Weinberger mit Rot auf die Tribüne verwiesen. Es fehlt (wie leider so oft) an einer klaren Linie bei den Schiedsrichtern und beim VAR. Letzte Woche die Mini-Berührung von Schopp, heute bekam vor allem Spendlhofer mehrmals die Knie von Kara in den Rücken, diesen Aktionen wurde heute jedoch keine Aufmerksamkeit geschenkt. In der 75. Minute folgte die nächste klare Fehlentscheidung zu Ungunsten der Hartberger. Andreas Weimann mit dem übermotivierten Einstieg gegen Benjamin Markus auf Höhe der Mittellinie, ohne Chance auf den Ball mit gestrecktem Bein und aufgestellter Sohle. SR Weinberger zückte nur den gelben Karton. Glück für den ehemaligen Teamspieler. Eine klare rote Karte, die nicht gegeben wurde. Auch der VAR fühlte sich erneut nicht bemüßigt, den Schiedsrichter auf seine klare und spielentscheidende Fehlentscheidung hinzuweisen. Inzwischen sorgte auch das Wetter für einen ‚Spielerwechsel‘, strömender Regen und Wind machten es ungemütlich. Rapid hatte im Finish die Chance auf den Sieg, Diarra warf sich in einen Seidl-Schuss (89.), doch die Großchancen blieben auf beiden Seiten aus. Am Ende war es dann eine Punkteteilung in einem (vor allem in der zweiten Halbzeit) sehr intensiven und abwechslungsreichen Fußballspiel.
Danke an alle Zuseher fürs Kommen und für die großartige Stimmung. Wir waren mit 5.085 Zusehern ausverkauft! FORZA TSV!
Stimmen zum Spiel
Manfred Schmid
Hartberg-Cheftrainer
„Ich bin absolut zufrieden damit, was die Mannschaft da abgeliefert hat. Es war ein tolles Spiel. Wir hätten mehr mitnehmen können. Es gab viele Entscheidungen, die nicht in unsere Richtung gefallen sind. Taktische Fouls ohne Gelbe Karten oder das Foul von Weimann mit aufgestellter Sohle, das für mich eine klare Rote Karte ist. Da muss man sich fragen wozu wir einen VAR haben?.“
Johannes Hoff-Thorup
Rapid-Trainer
„Das Ergebnis ist nicht gut, die Leistung war alles in allem okay. Wir spielen ja bald wieder gegeneinander und müssen sicherstellen, dass wir diese Spielkontrolle in einen Sieg ummünzen. Wir brauchen mehr Ruhe rund um den Strafraum, wir hatten genügend Chancen. Es gab einige Momente, in denen wir nicht gut genug verteidigt haben. Die haben zwei Möglichkeiten im Spiel, zwei Eckbälle, das ist hart. Wir müssen die Standards besser verteidigen.“
Lukas Spendlhofer
TSV-Torschütze
„Alles in allem leider kein Sieg, aber es hat Spaß gemacht heute Fußball zu spielen. Wir haben von hinten heraus gute Räume gefunden, in der zweiten und dritten Linie haben wir die Bälle zu schnell verloren. Es war eine geile Partie, es war mehr drinnen. Rapid war dann in der zweiten Halbzeit schon drückender, aber wir nehmen den Punkt mit. Es zeigt sich Woche für Woche, dass wir als Underdog in der Lage sind, jeden zu schlagen. Ein richtig guter Kampf von uns. Ich freue mich sehr über mein Tor, das schönste Tor was ich wahrscheinlich jemals gemacht habe. Man muss im Schiedsrichterwesen eine Linie reinbringen. Wenn man sieht was letzte Woche in Graz alles ein Foul war und was heute nicht. Da tut man sich als Spieler auch schwer, wenn bei einem Schiedsrichter jede Mini-Berührung abgepfiffen wird und wenige Tage später ist dann wieder alles erlaubt. Man fühlt sich als kleinerer Verein schon ein wenig verarscht.“
Infos zum Spiel
TSV Egger Glas Hartberg 2:2 (1:0) SK Rapid
ADMIRAL Bundesliga 2025/26 | 27. Runde | Sonntag, 19. April 2026
Profertil Arena – Hartberg – 5.085 Zuseher | SR Weinberger (Wien)
1:0 Spendlhofer (45.)
1:1 Bolla (47.)
2:1 Pazourek (52.)
2:2 Dahl (67.)
Hartberg: Hülsmann – Schopp, Spendlhofer, Coulibaly – Heil, Wilfinger, Markus, Pazourek (77./Hennig) – Hoffmann (77./Aziz), Fridrikas (64./Diarra), Havel (91./Korherr)
Rapid: Hedl – Schöller (53./Dahl), Cvetkovic, Raux-Yao – Bolla, Amane (85./Grgic), M. Seidl, Ahossou – Weimann, Kara (85./Antiste), Wurmbrand (77./Demir)
Gelbe Karten: Markus, Hennig bzw. Kara, Weimann
Rote Karte: Schmid (Trainer, 75.)
Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg