Mit Heimsieg in die Winterpause
Spielbericht
Trainer Manfred Schmid musste die Defensive komplett umstellen und neben dem Gesperrten Stammtorhüter Ritzy Hülsmann sowie dem Langzeitverletzten Paul Komposch auch auf Innenverteidiger Fabian Wilfinger (krank) und Linksverteidiger Maxi Hennig (angeschlagen) verzichten. Bei frostigen Temperaturen bot die Partie in den ersten 20 Minuten wenig Höhepunkte, nahm in der Folge aber Fahrt auf. Ein beeindruckender Solo-Lauf von Stratege Youba Diarra blieb unbelohnt. Er umkurvte einige Spieler und auch Tormann Stejskal, dann war der Winkel aber zu spitz (22.). Neben einer Einschussmöglichkeit von Havel gab es auf der anderen Seite nur eine Halbchance durch Wels (30.). Kurz vor der Pause erhitzten sich die (Tiroler) Gemüter. Havel war einmal mehr mit Tempo am Weg in Richtung gegnerisches Tor und konnte nur mit einem Foul von Vötter gestoppt werden. Klare Folge Freistoß. Abwehrspieler Kubatta übte Kritik am Linienrichter und Schiedsrichter und musste mit „Rot“ vorzeitig unter die Dusche. Auch Trainer Philipp Semlic bekam in der Nachspielzeit wegen Kritik zweimal die Gelbe Karte und musste die zweite Halbzeit von der Tribüne aus verfolgen.
Diese letzten 45 Minuten des Jahres begannen mit einer kalten Dusche für den TSV. Baden Frederiksen spielte einen Freistoß flach in den Strafraum, der Oststeirer Moritz Wels war reaktionsschneller und versenkte das Leder mit einem scharfen Schuss unter die Latte (48.). Die Hartberger Hintermannschaft war mental noch in der Kabine, aber ab diesem Moment hellwach. Die Schmid-Elf erhöhte das Tempo und drückte in Überzahl auf Tore. Ein kurz abgespielter Eckball landete bei Marco Hoffmann, dessen Fallrückzieher knapp am Kasten der Tiroler vorbeischrammte, schade! Nach gut einer Stunde war es dann aber soweit. Youba Diarra, der eine Top-Leistung ablieferte, mit der Spielverlagerung auf die rechte Seite, Jürgen Heil zog mit einem kurzen Haken zur Mitte und schlenzte mit dem linken Fuß das Leder über WSG-Tormann Stejskal hinweg ins lange Eck – Traumtor unseres Kapitäns! (64). Sechs Minuten später drehten unsere Blau-Weißen das Spiel. Nach lange Verletzungspause feierte Jed Drew sein Comeback und lieferte den entscheidenden Pass in den Strafraum, wo Lukas Fridrikas nach dem Zweikampf mit Marco Boras zu Boden ging. SR Ebner entschied sofort auf Elfmeter, dieser wurde anschließend vom VAR auch bestätigt. Elias Havel blieb cool und verwertete eiskalt und souverän zum 2:1! Saisontor Nummer 10 für den Hartberger Torjäger. Dieser hatte im Finish noch die Chance auf einen weiteren Treffer. Einen gefährlichen Freistoß von Jürgen Heil verlängerte Elias Havel mit dem Hinterkopf, doch Tormann Stejskal glänzte mit einem starken Reflex. Der TSV blieb defensiv kompakt und stabil und ließ keine ernstzunehmende Chance der Wattener mehr zu. Nach etwas mehr als 94 Minuten ertönte der Schlusspfiff, der Jubel über den perfekten Abschluss war riesengroß.
Ein riesengroßes DANKE an alle Fans, die beim Saisonabschluss für gute Stimmung sorgten und danke an die ganze TSV-Familie für ein unvergessliches Jahr 2025!
Stimmen zum Spiel
Manfred Schmid
Hartberg-Cheftrainer
„Es war ein extrem schwieriges Spiel, wir haben es uns durch das 0:1 in Überzahl noch einmal schwer gemacht, dann aber das Spiel gedreht. Das zeigt, dass wir gelernt haben. Jürgen Heil hat für uns das Spiel gedreht. Ich kann die Kritik am Schiedsrichter nicht nachvollziehen. Ich habe einen Schiedsrichter gesehen, der das Spiel laufen hat lassen, aber auf beiden Seiten. Der Elfer war meiner Meinung nach berechtigt. Zur Roten Karte kann ich nichts sagen.“
Philipp Semlic
WSG-Trainer
„Es ist schon sehr ärgerlich, was da abgelaufen ist. Wir fühlen uns bei mehreren Entscheidungen klar benachteiligt. Nicht nur wir waren schuld an der Niederlage, auch das Schiedsrichterteam hat das Seine dazu beigetragen, dass wir als Verlierer vom Platz gehen. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, wenn wir zu elft spielen, gehen wir als Gewinner vom Platz.“
Elias Havel
TSV-Torschütze
„Ich bin extrem happy, dass wir heute gewonnen und nochmal drei Punkte geholt haben, die extrem wichtig sind. Heute haben wir das Gegenteil von letzter Woche gezeigt in der zweiten Halbzeit. Wir sind zwar in Rückstand geraten, aber haben weiter Druck ausgeübt und man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Richtig geil, dass es uns gelungen ist. Für mich war es auch eine richtig coole Herbstsaison, ich konnte der Mannschaft viel helfen. Wir müssen genauso weiterarbeiten für die Spiele im Frühjahr. Ich hab‘ mir kein Ziel gesetzt bezüglich Tore. Ich hoffe aber natürlich, dass ich noch das ein oder andere Tor erzielen kann.“
Jürgen Heil
TSV-Kapitän und Torschütze
„Zum Glück hat es heute wieder einmal mit einem Tor funktioniert. Ich gebe immer das Beste für die Mannschaft. Ich bin nicht der, der glänzen muss sondern arbeite mit vollstem Einsatz für die Mannschaft. Heute bin es mal ich gewesen und das tut auch gut. Es freut mich auch riesig für unsere Fans, die uns immer super unterstützt haben, dass wir uns mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden können.“
Infos zum Spiel
TSV Egger Glas Hartberg 2:1 (0:0) WSG Tirol
ADMIRAL Bundesliga 2025/26 | 17. Runde | Samstag, 13. Dezember 2025
Profertil Arena – Hartberg, 2.062 Zuseher | SR Ebner (Oberösterreich)
Tor:
0:1 Wels (48.)
1:1 Heil (64.)
2:1 Havel (70./Elfmeter)
Hartberg: Helac – Heil, Spendlhofer, H. Coulibaly – Kovacevic (66./Prokop), Diarra, Markus, Kainz (66./Fridrikas), Vincze – Hoffmann (66./Drew), Havel (88./Mijic)
WSG: Stejskal – Boras, Lawrence, Kubatta – Naschberger, Taferner (28./Vötter), Müller, Böckle – Baden Frederiksen (78./Hinterseer), Ola-Adebomi (59./Anselm), Wels
Rote Karten: Kubatta (45.+7), Semlic (WSG-Trainer/45.+8)
Gelbe Karten: Coulibaly, Diarra bzw. Ola-Adebomi, Vötter
Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg