2:3 – Starker Auftritt unbe­lohnt

Wie verhext! Wieder lieferte der TSV Egger Glas Hartberg – vor allem als klar bessere Mannschaft in Halbzeit eins – einen richtig guten Fight gegen Ligakrösus Salzburg ab, am Ende steht man zum dritten Mal in dieser Saison gegen die Mozartstädter mit leeren Händen da. Die Enttäuschung ist groß, denn dieser Auftritt war stark und zum dritten Mal auf Augenhöhe, aber eben nicht gut genug für Punkte. Die schnelle Hartberg-Führung hatte zwei schöne Facetten. Treffer Nummer eins für Abwehrchef Bowat sowie ein Tor nach einem Standard, eine Rarität in dieser Saison. Zwei Schlüsselmomente waren sicherlich die Verletzung von Donis Avdijaj und die vergebene Topchance auf das 2:0 von Dominik Frieser. Die Heimmannschaft traf aus TSV-Sicht zu zwei sehr ungünstigen Zeitpunkten, am Ende gewann individuelle Qualität, aber nicht die bessere Mannschaft. Dennoch kann der TSV stolz auf das Gezeigte sein, wenngleich man sich auch in diesem Duell auch endlich mit Punkten belohnen will. Ein Auftritt der für die weitere Entwicklung wieder sehr wertvoll ist. Danke an viele mitgereiste Hartberg-Fans für die tolle Unterstützung, FORZA TSV!

Am Ende des Tages stehen wir mit leeren Händen da. Das tut verdammt weh und ist einfach nicht gerecht.

JÜRGEN HEIL

TSV-Kapitän

Spielbericht

Markus Schopp konnte aus dem Vollen schöpfen, schickte die stärkste Elf in das Duell gegen den Serienmeister, der in den ersten Minuten ordentlich Druck machte, ohne erwähnenswert gefährlich zu werden. Mit dem Hartberger Führungstor schwand die Salzburger Dominanz. Kurz abgespielte Ecke, Flanke von Dominik Prokop auf das lange Eck, wo Abwehrchef Ibane Bowat am höchsten stieg und sehenswert einköpfte. Bravo! Endlich ein Standardtreffer in dieser Saison, eine perfekt vorgetragene, einstudierte Variante (11.). Hartberg folglich mit Selbstvertrauen, hinten kompakt, offensiv immer wieder gefährlich. Sangare verfehlte aus guter Position das Tor klar, Avdijajs Abschluss verpasste das lange Eck knapp. Nach gut einer halben Stunde musste der Kreativspieler mit einer schmerzhaften Rippenverletzung vom Feld. An seiner Stelle kam Dominik Frieser, der in der 38. Minute die Vorentscheidung am Fuß hatte. Perfekt vorgetragener Konter, eine Bilderbuchaktion. Frieser machte grundsätzlich alles richtig, versuchte das Spielgerät ins lange Eck zu versenken, doch Teamgoalie Alexander Schlager parierte bärenstark (38.), schade! Drei Minuten später feuerte wieder Salzburg-Leihgabe Mamadou Sangare einen Schuss von der Strafraumgrenze ab, zu zentral. Mittlerweile hätte der TSV bereits höher führen können, wenn nicht müssen, die Schopp-Elf war eindeutig die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit. Dann kam es wie es kommen musste. Salzburg braucht nicht viel um zurück im Spiel zu sein. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf Ratkov nach schönem Zuspiel von Gloukh aus dem Nichts. Ungünstiger Zeitpunkt für den Ausgleich.

Wenige Sekunden nach Wiederbeginn drehte Salzburg das Spiel. Gloukh mit einem schönen, unhaltbaren Schuss aus rund elf Metern, 2:1 Salzburg. Wieder war die Anfangsphase einer Halbzeit die Stärke der Struber-Elf, die in der 52. Minute durch Konate die nächste Chance hatten. Der TSV steckte nicht auf, kam zurück und schlug auch zurück. Ousmane Diakite war nach einem Lang-Eckball zur Stelle und köpfte zum 2:2 ein. Es folgte ein offener Schlagabtausch im Schneegestöber zu Salzburg. Beide Mannschaften wollten den Sieg, am Ende geht Salzburg als glücklicher Gewinner hervor, wo individuelle Qualität entschieden hat. Zunächst hatte Joker Dorgeles Nene noch in Raphael Sallinger (75.) seinen Meister gefunden, in der 85. Minute gewann er nach Guindo-Maßflanke ein Kopfballduell und traf zum 3:2-Endstand.

Stimmen zum Spiel

Markus Schopp

Hartberg-Trainer

„Die Niederlage ist ganz, ganz bitter. Wir waren im dritten Spiel gegen Salzburg wieder auf Augenhöhe. Aber wir müssen einfach lernen, solche Spiele zu kontrollieren und nicht Tore herzuschenken. Der Lerneffekt muss sein, im Spiel klarer zu sein. Wir haben es in der ersten Hälfte vergeigt. Erst die Verletzung von Avdijaj, dann müssen wir das 2:0 machen, dann wäre die Messe gelesen gewesen. Die individuelle Qualität des Gegners, aus wenig sehr viel zu machen, hat den Ausschlag gegeben. Es fehlt in gewissen Momenten auch die Entschlossenheit.“

Gerhard Struber

Salzburg-Trainer

„Es war das erwartet schwere Spiel. Hartberg ist in einem Flow, konnte sich im Gegensatz zu uns auch gut auf dieses Spiel vorbereiten. Sie waren stark im Positionsspiel und haben uns vor gewaltige Aufgaben gestellt. Wir hatten zeitweise super Umschaltmomente und die Variabilität im Pressing. Bei Standards hatten wir unsere Probleme, da müssen wir schleunigst zulegen, um defensiv stabil zu bleiben. Offensiv muss die Mannschaft wieder mehr Power entwickeln. Unterm Strich hat sie richtig Mentalität gezeigt, es war ein harter, erwirtschafteter Sieg.“

Jürgen Heil

TSV-Kapitän

„Das ist sehr, sehr bitter! Über 90 Minuten waren wir sicher nicht das schlechtere Team. Wir hauen alles rein, spielen richtig gut und haben Chancen. Am Ende des Tages stehen wir mit leeren Händen da. Das tut verdammt weh und ist einfach nicht gerecht.“

Raphael Sallinger

TSV-Tormann

„Wie so oft gegen Salzburg haben wir ein braves Spiel gemacht. Das ist leider zu wenig. Red Bull ist ein Team mit unglaublicher Siegermentalität, das es schafft, 50:50-Spiele für sich zu entscheiden. In den entscheidenden Momenten waren die Salzburger einfach effektiver als wir.“

 

Infos zum Spiel

FC Red Bull Salzburg 3:2 (1:1) TSV Egger Glas Hartberg

Admiral Bundesliga 2023/24 | 15. Runde | Samstag, 25. November 2023
Profertil Arena – Hartberg, 7.453 Zuschauer | SR Untergasser (Oberösterreich)

Spielhighlights: #RBSHTB-Highlights

0:1 Bowat (11.)
1:1 Ratkov (45.+4)
2:1 Gloukh (46.)
2:2 Diakite (58.)
3:2 Nene (85.)

Salzburg: Schlager – Morgalla (73. Capaldo), Dedic, Pavlovic, Guindo – Bidstrup (84. Diambou) – Sucic, Gloukh (73. Gourna-Douath), Forson – Ratkov (73. Simic), Konate (57. Nene)

Hartberg: Sallinger – Heil, Komposch, Bowat, Pfeifer – Diakite (89. Halwachs) – Lang, Prokop (80. Providence), Avdijaj (33. Frieser), Sangare – Entrup

Gelbe Karten: Bidstrup, Dedic, Pavlovic bzw. Entrup, Bowat

 

Eindrücke

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg