Mentalität belohnt – 3:3 gegen den LASK
Spielbericht
Markus Schopp musste weiterhin auf Luca Pazourek und Manuel Pfeifer verzichten, die hoffentlich nach der langen Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen. Beim LASK standen mit Sascha Horvath, Christoph Lang und Florian Flecker alle drei Ex-Hartberger in der Startelf. Der Champions-League-Teilnehmer gab im ersten Durchgang klar den Ton an und sorgte mit zwei sehenswerten Weitschüssen vorerst für klare Verhältnisse. Bereits nach sieben Minuten hatte Sascha Horvath zu viel Platz und wurde nicht attackiert. Der LASK-Kapitän nutzte die Freiheiten eiskalt und ließ TSV-Keeper Armin Pécsi mit seinem präzisen Schuss ins lange Eck keine Chance.
In der 25. Spielminute bewahrte der ungarische Nationalteamtorhüter unsere Mannschaft mit einer starken Parade gegen Moses Usor vor dem nächsten Gegentreffer. Fünf Minuten später war es allerdings erneut ein ehemaliger TSV-Spieler, der das Spielgerät im Netz zappeln ließ. Christoph Lang traf nach einem Doppelpass mit Horvath mit einem satten Weitschuss zum 0:2. Unsere Blau-Weißen versuchten immer wieder, Marco Hoffmann und Angelo Gattermayer in Szene zu setzen. Mehrmals gelang es, in die gefährliche Zone vorzudringen, doch der letzte Pass kam nicht an. Ungenauigkeiten und die fehlende Entschlossenheit verhinderten nennenswerte Torchancen. So ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild des Spiels schlagartig. Markus Schopp reagierte und brachte mit Andrija Radulovic und Jed Drew zwei frische Offensivkräfte – mit Erfolg. Nur 50 Sekunden nach Wiederanpfiff gelang der Anschlusstreffer. Jed Drew leitete die Aktion mit einer starken Balleroberung ein und lieferte den Assist, Radulovic fackelte nicht lange, zog ab und traf zum 1:2. Nach knapp einer Stunde folgte allerdings der nächste Rückschlag. Andrade nutzte einen Fehlpass im Hartberger Spielaufbau und traf in der 58. Minute nach einer Hereingabe von links volley zum 1:3. Der alte Zwei-Tore-Vorsprung war damit wiederhergestellt und die Partie schien erneut gelaufen zu sein.
Doch unsere Mannschaft gab sich nicht geschlagen. Nachdem Robert Ljubicic in der 71. Minute eine Großchance aus kurzer Distanz aus abseitsverdächtiger Position nicht verwerten konnte, kippte die Partie endgültig. Nur eine Minute später stellte die Rapid-Leihgabe erneut ihre Abschlussqualität unter Beweis. Nach einem Fehlpass von Bogarde blieb Radulovic eiskalt und traf mit einem scharfen Schuss ins kurze Eck bei seinem TSV-Debüt zum 2:3. Unsere Mannschaft hatte nun endgültig Lunte gerochen. Rund 3.000 Hartberg-Fans machten auf den Rängen ordentlich Stimmung und peitschten unsere Jungs nach vorne. Nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer fiel schließlich der verdiente Ausgleich. Radulovic setzte Jed Drew ideal in Szene, der Australier blieb cool und sorgte für das 3:3. Die Profertil Arena kochte, Hartberg jubelte! Nach einem 0:2- und 1:3-Rückstand hatte sich unsere Mannschaft eindrucksvoll zurückgekämpft. In der Schlussphase passierte nichts mehr. Der TSV stockt mit dem Remis sein Punktekonto auf und geht auf Platz 6 der Tabelle mit einem positiven Gefühl sowie viel Selbstvertrauen in die lange Länderspielpause.
Danke an alle TSV-Fans für die großartige Unterstützung im Stadion! Wir sehen uns bei der Jubiläumsfeier am 2. Oktober und beim nächsten Heimspiel am 11. Oktober. #forzatsv #nevergiveup
Stimmen zum Spiel
Markus Schopp
Hartberg-Cheftrainer
„Es ist ein total emotionales Spiel geworden, mit den Toren zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin total stolz auf die Mannschaft. Es ist ein sehr junger Haufen, wir müssen ihnen von draußen die Unterstützung geben. Wir wissen, dass wir den einen oder anderen Spieler haben, den wir an die Mannschaft heranführen. Ich glaube, dass wir nach der Länderspielpause sehr variabel auftreten können. Dass Radulovic mit dem ersten Ballkontakt sein erstes Tor macht … Er ist ein spezieller Spieler, der uns in der letzten Zone noch unglaubliche Qualität geben wird.“
Dietmar Kühbauer
LASK-Trainer
„Ich bin nicht zufrieden. Vieles war nicht gut.“ Zur Aussage von Andres Andrade, man sei „arrogant“ aufgetreten: „Es liegt nicht weit weg davon.“ Mentale Müdigkeit?: „Ich weiß es nicht, woher sie kommt. Ich habe keine.“
Fabian Wilfinger
TSV-Spieler
„Eine sehr intensive Partie. Erste Halbzeit hat der LASK aus wenig viel gemacht. Wir sind richtig gut aus der Pause gekommen, das 1:2 hat wieder Leben in die Mannschaft gebracht. Wir haben dann zwei weitere Tore gemacht und ich denke, am Ende geht das 3:3 auch in Ordnung.“
Infos zum Spiel
TSV Egger Glas Hartberg 3:3 (0:2) LASK
ADMIRAL Bundesliga 2026/27 | 7. Runde | Sonntag, 20. September 2026
Profertil Arena – Hartberg – 3.096 Zuseher | SR Barmaksiz (Wien)
Tore:
0:1 Horvath (7.)
0:2 Lang (30.)
1:2 Radulovic (46.)
1:3 Andrade (58.)
2:3 Radulovic (72.)
3:3 Drew (77.)
Hartberg: Pecsi – Wilfinger, Komposch, Schopp, Coulibaly, Dalpiaz – Kainz (68. Diarra), Lukic (46./Radulovic), Markus – Gattermayer (46./Drew), Hoffmann (89./Korherr)
LASK: Jungwirth – Mbuyamba, Tornich (68./Schöpf), Andrade – Flecker, Bogarde (83./Danek), Ljubicic, Horvath (68./Adeniran), Bello – Usor (46./Kalajdzic), Lang (68./Freckleton)
Gelbe Karten: Kainz, Radulovic, Wilfinger bzw. keine
Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg