Heimsieg gegen Ried bringt „Endspiel“

Mit dem ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen die SV Ried erkämpft sich der TSV ein „Grande Finale“ in Lustenau um das Play-off-Halbfinale…


Vier aus Vier! Der TSV Egger Glas Hartberg gewann alle Saisonspiele gegen die SV Ried, die den bitteren Gang in die 2. Liga antreten müssen. Im gestrigen Heimspiel setzten sich unsere Blau-Weißen verdient mit 2:0 durch. Tore von Ruben Providence und Donis Avdijaj ebneten den Weg zum neunten Saisonsieg. Jubel und Freude im TSV-Lager über den (vorerst) schönen Heimabschluss. Durch die Ergebnisse in der 31. Runde gibt es für die Schopp-Elf ein „Endspiel“ um eine mögliche Teilnahme am ligainternen Europacup Play-off-Halbfinale. Lustenau oder Hartberg, es kann nur einen geben. Gegner wäre anschließend der WAC.


Herrliches Fußballwetter, gute Stimmung der über 2.300 Besucher im Hartberger Stadion und eine Mannschaft von Markus Schopp, die das Spiel immer im Griff hatte und die klar bessere Mannschaft war. In Durchgang belohnte man sich dann auch mit zwei Treffern.

Der TSV hatte gleich zu Beginn die Chance auf die Führung. Providence mit der Flanke auf Sangare, dessen Kunststück-Versuch missglückte (3.). Die nächste Riesenmöglichkeit nach 13 Minuten. Gute Umschaltsituation über Providence, der den völlig freien Dominik Frieser in der Mitte sah, aber den Ball in den Rücken anstatt in den Lauf spielte. Frieser kam zwar zum Abschluss, dieser wurde vom Ried-Kapitän Ziegl aber geblockt (15.). Plötzlich zappelte der Ball im Hartberger Tor, Mikic traf. Doch SR-Assistent Riedel hatte ein feines Auge, der Ried-Angreifer stand im Abseits. Der Treffer zählte korrekterweise nicht. Danach wieder unsere Hartberger. Schöne Kombination über mehrere Stationen, der letzte Pass kam dann nicht. Frieser (39.) und Providence (45.+2) brachten ebenfalls den Ball nicht im Tor unter. Die Schopp-Truppe tonangebend, das Tor sollte vor der Pause noch nicht gelingen. Zur Pause wurde die Damenmannschaft des FC Südburgenland, mit denen unser TSV ab kommender Saison eine Spielgemeinschaft im Damenfußball bildet, vorgestellt und präsentiert.

Die erste Chance nach Wiederbeginn hatte Leo Mikic, doch Raphael Sallinger war Duellsieger in dieser Aktion (50.). Quasi im Gegenzug Jürgen Heil mit der Topchance, jagte das Spielgerät aber über das Tor (51.). Kurz darauf vergab Providence die nächste Tormöglichkeit. Doch nach 65 Minute war der Bann gebrochen. Umschaltmoment Hartberg: Donis Avdijaj mit dem perfekten Zuspiel für Ruben Providence, der viel schnell war als Markus Lackner und das Leder im langen Eck unterbrachte! Gut zehn Minuten später Rollentausch. Nächster Umschaltmoment. Providence mit der technisch feinen Ballverarbeitung und den raschen Zuspiel in die Gasse auf Donis Avdijaj, der schneller ist als Madritsch und Sahin-Radlinger keine Chance ließ – 2:0! In der 78. Minute setzte Seifedin Chabbi für die Rieder einen Kopfball noch neben das Tor.

Eine schöne Geste gab es noch in der Schlussphase (89.). Florian Faist, der nach einer unglaublichen (und erfolgreichen) Zeit beim TSV (9 Saisonen) die Karriere beendet, durfte in einem Bundesliga-Heimspiel nochmal ran und bekam für die letzten Minuten die Kapitänsschleife. Ein wunderschöner Moment und Abschied mit viel Applaus von Fans, Spielern, Trainern und Funktionären, DANKE FLO!


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Wir hatten es in der ersten Halbzeit mit einem sehr gut organisierten Gegner zu tun, waren nicht klar und sauber genug, um die Chancen zu nützen. Es ist uns nicht gelungen, die ‚Dose zu öffnen‘. Wir haben in der Pause Umstellungen vorgenommen, und ich habe gefühlt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, uns zu belohnen. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass wir dieses Endspiel um das Europacup-Play-off in Lustenau unbedingt wollten.“

Maximilian Senft (Ried-Trainer): „Große Leere, große Enttäuschung. Der Abstieg ist das Schlimmste, was einem im Mannschaftssport passieren kann. Beim Abstieg ist der Misserfolg vielschichtig, aber zweifellos haben wir zu wenige Tore geschossen. Natürlich schmerzen in so einem Spiel wie heute die Ausfälle von Stefan Nutz und Tin Plavotic besonders. Auch der Ausfall von Marcel Ziegl schmerzt extrem. Wir verstehen, dass die Fans unzufrieden sind. Wir sind zum Fanblock gegangen und haben uns den Fans gestellt.“

Donis Avdijaj (TSV-Torschütze): „Ich war optimistisch ab Tag eins, dass wir große Chancen auf Erfolg haben, wenn wir zeigen, was wir können. Das Spiel ist Lustenau ist eine Riesenbelohnung für einen unglaublichen Aufwand, den wir betrieben haben. Jetzt weiß jeder, worum es geht.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 31. Runde | Samstag, 27. Mai 2023

TSV Egger Glas Hartberg 2:0 (0:0) SV Guntamatic Ried

Profertil Arena – Hartberg, 2.339 Zuseher | SR Gishamer (Salzburg)

Spielhighlights: #HTBSVR-Highlights

Tore:
1:0 Providence (65.)
2:0 Avdijaj (76.)

Hartberg: Sallinger (89./Faist) – Schantl (46./Tadic), Sonnleitner, Steinwender (46./Gollner), Pfeifer (67./Diakite) – Kainz – Frieser (46./Avdijaj), Sangare, Heil, Fadinger – Providence

Ried: Sahin-Radlinger – Turi (67./Stosic), Lackner, Ziegl (33./Wiesinger) – Gragger (56./Lutovac), Madritsch, Ungar, Pomer – Lang, Mikic (67./Chabbi), Diomande (67./Monschein)

Gelbe Karten: Providence bzw. Madritsch, Lang

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg