Bittere 1:0-Nieder­lage in Tirol

Tirol ist und bleibt kein guter Boden für den TSV Egger Glas Hartberg. Wir verlieren am Sonntagabend in der 21. Runde der ADMIRAL Bundesliga auswärts gegen die WSG Tirol durchaus verdient mit 1:0. Es war von unserer Mannschaft sicher kein guter Tag und auch keine gute Leistung, die Wattener mit einem klaren Chancenplus, doch zwei Szenen waren durchaus spiel(mit)entscheidend. Dominik Frieser sah in der ersten Halbzeit eine sehr fragwürdige Rote Karte und ein Elfmeter nach klarem Foulspiel an Donis Avdijaj in der Schlussphase wurde nicht gepfiffen. Somit bleibt das Rennen um die Meistergruppe offen. Unser TSV hat es nach wie vor selbst in der Hand. Showdown nächsten Sonntag.

„Eine sehr bittere Niederlage, das ist ein Riesenbock heute, den wir uns selber zuzuschreiben haben.“

Donis Avdijaj

TSV-Spieler

Spielbericht

Wieder waren Veränderungen in der Startelf notwendig. Dominik Prokop war gesperrt, Maximilian Entrup (Rückenprobleme) fehlte angeschlagen. Die Hausherren starteten vor spärlich besetzten Tribünen schwungvoll in die Partie. Ein Ogrinec-Schuss (2.) wurde geblockt, Pfeifer klärte einen Taferner-Eckball (13.) und der Kopfball von Prelec verpasste das Tor (15.). Der TSV tat sich schwer auf dem holprigen Terrain das eigene Spiel aufzuziehen, verschlief die Anfangsphase völlig. Mit zu wenigen Lösungen und zu leichten Fehlern und Ballverlusten kam man nie so richtig in einen Spielfluss. Einzig eine Chance zu Beginnv war aussichtsreich, als Frieser mit einem weiten Ball gut in Szene gesetzt wurde, das Spielgerät aber nicht ideal verarbeiten konnte. In der 19. Minute war der WSG-Keeper hellwach, Stejskal rettete nach langem Komposch-Kopfball gerade vor Avdijaj. Drei, vier aussichtsreiche Angriffe wurden leichtfertig vergeben oder nicht ideal zu Ende gespielt. Schade! Für viele Diskussionen war dann in Minute 35 gesorgt. Frieser traf den Tiroler Thomas Geris unglücklich mit hohem Fuß. Der Verteidiger war aber nie im Sichtfeld von Frieser, kam hinter seinem Rücken angerauscht und bewegte seinen Kopf nach unten Richtung Ball. Frieser kann ihn natürlich nicht sehen und war auf die Ballannahme und einen möglichen Abschluss fokussiert. Auch eine aktive Bewegung vom Fuß zum Gegner war nicht zu erkennen. SR Ebner wartete zunächst zu und zuckte dann plötzlich aus dem Nichts den roten Karton. Erste sehr fragwürdige Entscheidung. Es kam vor der Pause noch dicker. In der Nachspielzeit verlängerte Schulz einen weiten Sulzbacher-Einwurf mit dem Kopf, Taferner traf aus rund 16 Metern. Kurz darauf sogar noch die Chance auf das 2:0. Prelec scheiterte an Sallinger, setzte den Nachschuss auch am Tor vorbei.

Die besten Chancen nach der Pause gehörten auch der WSG. Nach einem viel zu kurz geratenen Rückpass hätte Sulzbacher auf das Tor stürmen können, zog aber völlig überhastet und viel zu früh ab, was dadurch kein Problem für Sallinger darstellte (51.). Glück für Hartberg. Zwei  Flankenversuche (54., 57.) ebenfalls von Sulzbacher entwickelten sich sehr gefährlich, der erste wurde von Sallinger stark über das Gehäuse pariert. der zweite landete an der Latte. Auch Taferner fand nach seinem Abschluss in Raphael Sallinger seinen Meister. Es blieb die Partie bis zum Schluss offen und spannend, Die Schopp-Truppe machte es in Unterzahl durchaus gut, nennenswerte Torchancen blieben aber aus. Unsere in orange spielenden Hartberger versuchten alles, kämpften, fighteten und hätten auch den Ausgleich erzielen können, womit wir zu Aufreger Nummer zwei kommen. In der 69. Minute Pfeifer mit der Hereingabe von links, Donis Avdijaj setzte zum Abschluss an, plötzlich kam Ogrinec daher, zog voll durch und traf Avdijaj. Ungestümer Einstieg, doch SR Ebner ließ zur Verwunderung weiterspielen. Ein klares Elferfoul. Auch der VAR schaltete sich erneut nicht ein. Dieser nicht gepfiffene Strafstoß ist schwer nachzuvollziehen. In der 90. Minute wurde ein Schulz-Treffer wegen Abseits aberkannt. Bei den letzten zwei Standards warfen unsere Blau-Weißen alles nach vorne, auch Raphael Sallinger baute sich ein, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Mit einem Punktgewinn wäre die Meistergruppen-Teilnahme fix gewesen, jetzt es heißt es Showdown in der letzten Runde. 4 Teams kämpfen um 3 Plätze in der Meistergruppe, der TSV hat es nach wie vor selbst in der Hand.

 

Stimmen zum Spiel

Markus Schopp

Hartberg-Trainer

„Die entscheidende Sequenz war die Rote Karte, die das Spiel in eine Richtung hat kippen lassen. Wir haben es aber auch in der zweiten Hälfte in Unterzahl gut gemacht, es muss auch einen klaren Elfmeter für uns geben. Dem war nicht so, deshalb haben wir auch 0:1 verloren. Sich über die Schiedsrichter zu ärgern, ist sinnlos, weil ich weiß, dass sie wahrscheinlich für all diese Situationen wieder Erklärungen finden werden. Aber es soll sich jeder sein eigenes Bild machen. Wir haben im Kampf um einen Platz in der Meistergruppe nach wie vor eine richtig gute Ausgangsposition. Wenn 33 Punkte dafür nicht reichen sollten, dann werden wir das auch annehmen.“

Thomas Silberberger

WSG-Trainer

„Es war für uns ein richtiger Befreiungsschlag zur richtigen Zeit. Wir sind dem Ganzen ein bisschen hinterhergehinkt, umso schöner ist es, dass es heute geklappt hat. Ob wir in den Kampf um die Meistergruppe eingreifen oder nicht, ist mir völlig wurscht. Wir müssen schauen, noch Punkte zu sammeln, da die Punkteteilung ansteht.“

Donis Avdijaj

TSV-Spieler

„Extrem bittere Niederlage, die wir selbst verschuldet haben. Die Anfangsphase verschlafen, einen toten Gegner spielen lassen, der selbst mit einem Mann mehr in der zweiten Halbzeit von uns kontrolliert wurde. Es soll nicht komisch klingen. Glückwunsch an Tirol für die drei Punkte, aber gegen so einen Gegner darfst du ein Spiel nie verlieren. Sehr bitter, wie wir uns heute hier angestellt haben und das Ding hier verlieren. Das ist ein Riesenbock heute, den wir uns selber zuzuschreiben haben. Mit den Situationen (Anm.: Frieser-Ausschluss, Avdijaj-Elferfoul) ist es immer dasselbe. Ich haben in Deutschland und in Italien vor ein paar Tagen Spiele geschaut, da waren exakt die gleichen Situation ein Elfmeter. Und es war auch heute zu 100% ein Elfmeter. Eine extreme Fehlentscheidung wurde getroffen, die mir auch egal wäre, wenn sie es im Nachhinein einsehen. Auch der Ausschluss war eine sehr harte Entscheidung. Jetzt müssen wir uns einfach auf uns fokussieren.“

Raphael Sallinger

TSV-Tormann

„Bis zur roten Karte war es von uns echt schlecht, wir haben nicht in das Spiel gefunden und uns schwer getan. Es war nicht die Bereitschaft, die wir zeigen müssen, um in die Meistergruppe zu kommen. Ein paar haben gedacht, dass es von selbst geht. Jetzt müssen wir gegen den SK Sturm was holen.“

 

Infos zum Spiel

WSG Tirol 1:0 (1:0) TSV Egger Glas Hartberg

Admiral Bundesliga 2023/24 | 21. Runde | Sonntag, 3. März 2024
Tivoli Stadon Tirol – Innsbruck, 1.300 | SR Ebner (OÖ)

Spielhighlights: #WSGHTB-Highlights

Tor: Taferner (45.+2)

Tirol: Stejskal – Sulzbacher, Bacher, Okungbowa, Stumberger, Geris (38. Schulz) – Taferner, Naschberger (75./Üstündag), Ogrinec (87./Vötter) – Prelec, Buksa (75./Kronberger)

Hartberg: Sallinger – Heil, Komposch (46./Steinwender), Bowat, Pfeifer (83./Brückner) – Diakite (76./Halwachs) – Frieser, Kainz (83./Fillafer), Sangare, Providence – Avdijaj

Rote Karte: Frieser (35./Foul)
Gelbe Karten: Stumberger, Naschberger, Taferner bzw. Gratzei (Tormann-Trainer)

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg