Auftakt misslungen! 0:1 gegen Lustenau

Ein Freistoßtor entschied die Partie zu Gunsten der Gäste, dem TSV wurde ein klarer Elfmeter nicht zugesprochen, bitterer Start…


Schmerzvoller Auftakt in die Qualifikationsgruppe. Der TSV Egger Glas Hartberg verliert das Heimspiel durch ein Freistoßtor mit 0:1 gegen Austria Lustenau. Ein Unentschieden wäre absolut verdient gewesen. Eine erste Hälfte die definitiv nicht zu den besten TSV-Halbzeiten im Frühjahr zählt, das entscheidende Tor benötigte die Hilfe der Stange, ein klares Foul im Strafraum an Providence blieb ohne Elfmeterpfiff, eine dominierende zweite Hälfte blieb unbelohnt, Topchancen ungenützt. In Summe ein gebrauchter Abend, gepaart mit einer unglücklichen Niederlage. Die Gäste aus dem Ländle haben sehr kompakt verteidigt, clever und flexibel agiert und in vielen Situationen einen sehr reifen Auftritt hingelegt. Damit bleiben unsere Blau-Weißen auch im vierten Auftaktspiel in der Qualigruppe seit Teilnahme an der Bundesliga sieglos. Kleiner Trost? Das kann schlichtweg nur ein gutes Omen sein.


Trainer Markus Schopp nahm zwei Änderungen in der Startelf vor. Donis Avdijaj (statt U23-Teamspieler Sangare) und Lukas Fadinger (anstelle des Gesperrten Heil) starteten von Beginn. Das Wetter zeigte sich am Freitagabend nicht von der besten Seite. Der Himmel über Hartberg weinte. Starkregen und Wind vor dem Spiel und in der ersten Halbzeit machte die Eröffnung des Finaldurchgangs für viele nicht einfacher. So waren die Darbietungen am Feld auch lange Zeit kein Highlight für Fußball Romantiker, sehenswerte Aktionen suchte man vergeblich. Kompakte Abwehrreihen, viele Ungenauigkeiten, Fehlpässe, Fouls und überschaubare Offensivaktionen dominierten das Geschehen. Erster (aus Hartberger Sicht negativer) „Höhepunkt“ ereignete sich in der 28. Minute. Ein direkter Freistoß von Darijo Grujcic zappelte via Mithilfe der Innenstange im Netz. Maßarbeit. Mit dem Rückstand kam der TSV besser in die Partie und verzeichnete zwei absolute Topchancen. Nach einem Zuckerpass von Avdijaj in die Gasse, stürmte Dominik Frieser alleine aufs Tor und sein Abschluss landete knapp neben dem Tor (38.). Drei Minuten später köpfte Ousmane Diakite im Strafraum völlig frei leider klar neben den Kasten. Auf der Gegenseite traf Diaby das Außennetz (42.).

Der TSV war die dominante Mannschaft in der zweiten Halbzeit, kam stark aus der Kabine und zeigte ein ganz anderes Gesicht. Schon nach wenigen Minuten der größte Aufreger des Spiels. Glasklares Foul im Strafraum des Lustenauers Hugonet an Ruben Providence. Kommentatoren, Experten und auch der gegnerische Trainer waren gleicher Meinung wie das gesamte TSV-Lager, Elfmeter. Da kann es auch keine zwei Meinungen geben. Es gab sie leider trotzdem, die Pfeife des Schiedsrichters blieb überraschend stumm. Daraufhin warteten alle auf den VAR-Review, doch der kam nicht. Wenn es der Schiedsrichter in der Live-Wahrnehmung anders sieht, kann passieren, aber dass hier der VAR (Weinberger) nicht zumindest einen On-Field-Review anordnet ist völlig unverständlich. Wenn hier nicht eingeschritten wird, muss das gesamte VAR-System stark überdacht werden. Bitter! Erneut wurde man vom VAR im Stich gelassen, denn schon beim letzten Heimspiel wurde ein klares Foul vor dem Gegentor „übersehen“. Der TSV blieb weiter am Drücker. In der 49. Minute perfekter Pass von Prokop auf Providence in die Tiefe, der Franzose umkurvte Schierl, der Winkel wurde zu spitz und somit legte der ab auf Donis Avdijaj, dessen Direktübernahme Millimeter am langen Eck vorbeirollte. Lustenau lauerte auf Konter (die einzige Chance war wieder ein Freistoß von Grujcic, den Sallinger entschärfte), unterband TSV-Angriffe immer wieder mit taktischen Fouls, agierte clever. Auch hier wären immer wieder gelbe Karten möglich gewesen, die dafür nie gezückt wurden. Im Finish blieben weitere zwei, drei Möglichkeiten, darunter die große Doppelchance von Tadic und Avdijaj, ungenützt, die Trendwende und der Ausgleich gelangen trotz aller Bemühungen nicht mehr.

Wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team! Kopf in den Sand stecken bringt gerade in dieser heißen Phase nichts. Gemeinsam wird der Blick schnell wieder nach vorne gerichtet, zu Ostern geht es weiter in Ried.


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Lustenau war ein Gegner, der das diszipliniert und konsequent verteidigt hat. Wir haben es sehr schwer gehabt, dorthin zu kommen, wo es wehtut. Wir sind hingekommen, wo es wehtut, haben es aber nicht gemacht. Einmal muss man auch Elfmeter für uns geben. Da gibt es einen VAR, wenn er sich nicht einmal einschaltet, dann gibt mir das zu denken. Ich bin keiner, der das als Ausrede hernehmen möchte. Vielleicht sollte man die ganze Sache mit dem VAR überdenken.“

Markus Mader (Lustenau-Trainer): „Ich bin stolz, wie wir heute agiert haben. Wie wir vor allem in der ersten Hälfte probiert haben, Fußball zu spielen, und in der zweiten alles Mögliche versucht haben, um kein Gegentor zu bekommen. Man muss in der Qualifikationsgruppe auch dreckige Siege landen. Heute genießen wir die Heimfahrt, morgen beginnt die Vorfreude auf das Derby gegen Altach.“
Zur Elfmetersituation: „Jetzt nachdem ich die Szene gesehen habe muss ich sagen, dass es ein klares Foul war.“

Dominik Prokop (TSV-Spieler): „Bitter, sehr schmerzhaft. Ich denke heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen. Wir müssen sauberer werden im letzten Drittel, waren zu ungenau, müssen noch mehr Chancen kreieren und vor dem Tor eiskalt sein. Köpfe hoch, nächste Woche geht es weiter.“

Donis Avdijaj (TSV-Spieler): „Wir haben die Anfangsphase verpennt. Wir müssen effektiver vor dem Tor sein auch in meinem Namen. Wir haben viel Qualität, es ist wichtig, dass wir als Team Siege einfahren. Wir müssen selbstkritisch in das Spiel hineinschauen und unsere Fehler für nächstes Mal verbessern. Der Gegner war nicht allzu gefährlich heute, wenn wir unsere Chancen nützen, hätten wir die Partie auch gewinnen können.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 23. Runde | Freitag, 31. März 2023

TSV Egger Glas Hartberg 0:1 (0:1) SC Austria Lustenau

Profertil Arena – Hartberg, 1.899 Zuseher | SR Kijas (Niederösterreich)

Spielhighlights: #HTBALU-Highlights

Tor:
0:1 Grujcic (28.)

Hartberg: Sallinger – Kainz, Rotter, Steinwender, Pfeifer – Diakite (46./Horvat) – Frieser (63./Tadic), Avdijaj (80./Kriwak), Fadinger, Prokop (63./Sangare) – Providence (89./Kröpfl)

Lustenau: Schierl – Adriel, Hugonet, Grujcic – Anderson (32./Gmeiner), Surdanovic, Grabher, Tiefenbach (78./Türkmen), Guenouche – Motika (78./Cheukoua), Diaby (64./Fridrikas)

Gelbe Karten: Fadinger, Avdijaj, Horvat bzw. Motika, Grabher

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg