2:2-Unentschieden gegen Lustenau

Schade! Eine über weite Strecken starke Leistung und ein Zwei-Tore-Vorsprung wurden leider nicht mit einem Heimsieg belohnt…


Bitter! Der TSV Egger Glas Hartberg sah nach 50 Minuten wie der sichere Sieger aus, doch am Ende gab es nur einen Punkt. Das 2:2 gegen Austria Lustenau ist zwar das vierte Saisonauftaktspiel ohne Niederlage in Serie, doch definitiv auch ein Selbstfaller und zwei verschenkte Punkte. Die Schopp-Truppe war über weite Strecken (speziell in Halbzeit eins und danach in Unterzahl) die bessere Mannschaft mit klarem Chancenplus (16:5 Torschüsse). In einer turbulenten zweiten Halbzeit (2:0, Elfmeter Lustenau, Rote Karte Sangare, TSV-Topchancen in der Nachspielzeit) hätten unsere Blau-Weißen fast noch den Lucky Punch erzielt. Doch der Auftritt – erfrischend, variabel, dynamisch und mutig – gibt Zuversicht.


Rechtzeitig vor Spielbeginn zeigte sich die Oststeiermark wettertechnisch wieder von ihrer besten Seite. Bei sommerlichen Bedingungen schickte Markus Schopp die jüngste Startelf (24,18 Jahre) der Hartberger Bundesliga-Geschichte auf das Feld. Vor den Augen der Ex-TSV-Kicker Faist, Klem, Sonnleitner und Farkas (die in der Pause offiziell verabschiedet wurden) und Franco Foda sowie Heribert Weber startete der TSV stark in die Partie und dominierte den ersten Durchgang. Bereits nach wenigen Minuten flog ein Prokop-Schuss knapp über den Kasten. In der 21. Minuten die Führung! Ousmane Diakite mit dem Maßabschluss von der Strafraumgrenze genau ins linke Eck. Kurz vor der Pause die große Doppelchance für Prokop und Providence, beide Mal konnte sich Lustenau-Schlussmann Schierl auszeichnen. Hochverdiente Pausenführung.

Nach Wiederbeginn legte die Schopp-Truppe perfekt nach. Manuel Pfeifer suchte den direkten Weg in die Spitze und bediente Maximilian Entrup, der schneller als die gegnerische Abwehr war und eiskalt das Spielgerät an Schierl vorbeischob – 2:0 (48.). Der Neo-Mittelstürmer ist gut in Schuss, drittes Tor im zweiten Spiel. Lustenau stellte ein wenig um und schaffte auch den Turn around. Unachtsamkeiten werden in der Bundesliga bestraft. Bei einem weiten Abschlag verschätzte sich die TSV-Abwehr und Goalgetter Fridrikas brachte mit dem Anschlusstreffer aus dem Nichts (53.) die Gäste zurück ins Spiel. In der 70. Minute tänzelte sich Anthony Schmid viel zu einfach durch die Hartberger Defensive, Diakite mit dem Elferfoul. Fridrikas glich vom Punkt zum 2:2 aus. Als Draufgabe flog Mamadou Sangare (der erst 8 Minuten am Feld stand) nach einem übermotivierten Einstieg mit Rot (nach VAR-Intervention) vom Platz. Bei einer vielversprechenden Offensivaktion wären wir alleine auf das Tor gelaufen, wurden aber durch ein Foul gebremst. Eigentlich Torraub, doch SR Pfister gab nur Gelb. Doch in Unterzahl ließen unsere Blau-Weißen nichts mehr zu und hatten selbst noch zwei Matchbälle in der Nachspielzeit. Der Eingewechselte Jürgen Lemmerer zog zur Mitte, der Abschluss in Richtung langes Eck war gut, schrammte aber hauchdünn am rechten Kreuzeck vorbei (91.). Vier Minuten später köpfte Neuzugang Paul Komposch ebenso knapp am linken Eck vorbei. Schade!

Danke auch an alle TSV-Fans im Stadion für die tolle Unterstützung! Und irgendwann wird auch der „Austria-Fluch“ (Lustenau/Wien/Klagenfurt) beendet werden. Keines der letzten 15 Spiele gegen Austrias wurde gewonnen.


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Es hat sich genau das Spiel entwickelt, das ich erwartet habe. Die Mannschaft war darauf eingestellt, hat in der erste Halbzeit alles perfekt umgesetzt und den Gegner nie ins Spiel kommen lassen. Nach der Pause hat Lustenau das Spiel umgestellt, die Jungs haben es noch nicht drauf, auf solche Umstellungen richtig zu reagieren. Damit hat der Gegner unserer Mannschaft die Qualität genommen. Wir waren in ein paar Phasen hinten nicht konsequent genug. Ich möchte meiner Mannschaft aber nichts vorhalten, es war klar, dass wir die Qualität und die Intensität der ersten Halbzeit nicht über 90 Minuten halten können. Wir wissen, was wir zu tun haben und werden hart daran arbeiten. Man hat gesehen, dass wir Potenzial haben, das wollen wir von Spiel zu Spiel besser ausschöpfen.“

Markus Mader (Lustenau-Trainer): „Ich muss meiner Mannschaft gratulieren. Obwohl wir in der ersten Halbzeit nie ins Spiel gekommen sind, hat sie nicht aufgegeben. Wir haben in der Pause ein paar Dinge angesprochen. Das Wichtigste dabei war, dass wir gesagt haben, das ist kein Freundschaftsspiel. Wir waren zu wenig konsequent, zu wenig aggressiv. Die Jungs haben in der zweiten Halbzeit perfekt darauf reagiert. Mit den Umstellungen konnten wir den Hartbergern wehtun, so konnten wir am Ende noch einen Punkt holen. Ich denke, es war ein gerechtes Remis für beide. Für uns ist es ein wichtiger Punkt.“

Jürgen Heil (TSV-Kapitän): „Wir sind selbst schuld, wir haben einen Toten zum Leben erweckt. Es ist bitter, dass wir unsere gute Leistung nicht mit 3 Punkten belohnen konnten.“

Maximilian Entrup (TSV-Torschütze): „Ein Punkt ist besser als keiner, aber das waren heute zwei verlorene Zähler. „

Tobias Kainz (TSV-Spieler): „Wir haben es erste Halbzeit sehr gut gemacht, haben uns aber dann hinten rausziehen lassen und sind brutal bestraft worden. Ich weiß nicht genau, was ich mit dem Punkt anfangen soll.“


Admiral Bundesliga 2023/24 | 1. Runde | Samstag, 29. Juli 2023

TSV Egger Glas Hartberg 2:2 (1:0) SC Austria Lustenau

Profertil Arena – Hartberg, 2.240 Zuseher | SR Pfister (Tirol)

Spielhighlights: #HTBALU-Highlights

Tore:
1:0 Diakite (21.)
2:0 Entrup (48.)
2:1 Fridrikas (53.)
2:2 Fridrikas (70./Elfmeter)

Hartberg: Sallinger – Heil, Komposch, Bowat, Pfeifer – Diakite (88./Urdl) – Providence (64./Sangare), Lang (78./Steinwender), Kainz, Prokop (88./Lemmerer) – Entrup (78./Frieser)

Lustenau: Schierl – Gmeiner (55./Mätzler), Maak, Grujcic, Berger (55./Diallo) – Tiefenbach (46./Diaby), Grabher – Anderson, Surdanovic (88./Marte), Fridrikas (82./Cisse) – Schmid

Rote Karte: Sangare (72./Hartberg)

Gelbe Karten: Prokop, Diakite, Heil, Kainz bzw. Tiefenbach, Anderson, Maak

Fotos: GEPA pictures | TSV Hartberg